Das Fundament – meine Sicherheit im Glauben

Fels in der Brandung - HandWenn du dich mit deinem Leben Jesus anvertraut hast, dann gratuliere ich dir. Du stehst am Beginn eines spannenden, unkonventionellen Lebens, dass nicht mit dem Tod endet, sondern in die Ewigkeit hineinreicht. Und diese unsichtbare Ewigkeit beginnt im Grunde genommen schon hier. Da wir diese mit unseren fünf Sinnen aber nicht sehen bzw. wahrnehmen, stellen sich viele die Frage: Wie kann ich sicher sein, dass ich richtig liege? Wie kann ich Gewissheit haben, mit Jesus auf der richtigen Spur zu sein? Oder auch: Wie kann ich überhaupt sicher sein, dass ich wirklich Christ bin?
Das Bedürfnis nach Sicherheit ist fundamental. Wenn wir unsicher über eine bestimmte Sache sind, dann wackelt unsere ganze Grundlage. Deshalb ist es zu Beginn des Lebens mit Jesus von Bedeutung, diese Sicherheit und damit ein tragfähiges Fundament in unserem Leben zu legen.
Aber wie entsteht eigentlich das Gefühl von Sicherheit? Was erleben wir als „sicher“? Nun, es ist so, dass wir uns zum Beispiel daran gewöhnt haben, dass der Fußboden, auf dem wir stehen, sicher ist. Wir denken im Grunde gar nicht mehr darüber nach, da wir wieder und wieder die Erfahrung machen: Der Boden trägt uns. Kommt dann allerdings ein Erdbeben, so zieht dies uns im wahrsten Sinne des Wortes den Boden unter den Füßen weg.
Warum steigen wir in unser Auto, auf unser Fahrrad oder in den Zug? Weil wir die Erfahrung gemacht haben – wir kommen an, und zwar immer wieder.
Begegnen wir allerdings zum ersten Mal einer neuen, ungewohnten Erfahrung, was nicht unbedingt ein Erdbeben sein muss, dann stehen wir ihr eher unsicher und gefühlsmäßig ambivalent gegenüber. Wir fragen uns, ob das wohl gut geht? Ich erinnere mich an meine ersten Schwimmzüge im tiefen Wasser. Ich hatte es im Nichtschwimmerbecken schon ein bisschen ausprobiert, aber das waren nur etwa 5 m. Und so ging ich mit gemischten, unsicheren Gefühlen in das tiefe Becken und fing an zu schwimmen: Und tatsächlich, wow, es trug! Ein Wunder?! Ein Glücksgefühl! Ich schaffte vielleicht 10 m. Heute sind 10 m selbstverständlich, es spielt keine Rolle ob es 100 m, 200 m oder 500 m sind. Ich fühle mich im tiefen Wasser sicher.

Als die Jünger Jesu damals über den See Genezareth ruderten und in einen Sturm gerieten, dachten sie: Jetzt geht nichts mehr. Wir können nicht mehr. In diesem Moment passierte etwas geradezu Fantastisches: Jesus kam ihnen auf dem Wasser entgegen. Er lief über die stürmische See. Die Jünger erschraken und dachten, es ist ein Geist. Petrus rief diesem zu: „Herr, bist du es, so befiehl mir, zu dir zu kommen auf dem Wasser!“ Und Jesus sprach: „Komm her!“ Und Petrus stieg aus dem Wasser und kam auf Jesus zu (Matthäus 14,22 ff.)

Wahrscheinlich war ihm ein wenig mulmig zumute, aber er lief in der Tat ebenso über das Wasser wie Jesus. Er bekam allerdings etwas Hilfe, als er dann doch einsank. Jesus streckte ihm seine Hand hin, zog ihn hoch und dann stiegen beide in das Boot – und der Wind legte sich.

Ich denke, Petrus hat diese Erfahrung nie vergessen – aber er hatte auch eine helfende Hand. So ist es oft bei unseren gelungenen Ersterfahrungen. Wir bekommen ein wenig Hilfe, wie zum Beispiel beim ersten Versuch, Fahrrad zu fahren, beim Autofahren lernen, beim Gitarre spielen oder sogar beim ersten Kuss.
Wie baut sich nun Sicherheit im Leben auf? Im Prinzip ereignet sich das durch einen Prozess, den wir nochmals in drei Schritte unterteilen können:
An erster Stelle steht dabei in der Regel die Informationsgewinnung. Dies geschieht bewusst oder unbewusst durch unsere Sinne, auch durch den Verstand, bis wir zu einer Entscheidung kommen: Ist diese Sache so vertrauenswürdig, dass dieses Vorhaben gleichfalls für mich in Frage kommt? Z.B sehen wir, dass unsere Eltern oder andere sich auf Fahrräder setzen und dann damit fahren. Wir schauen uns die Sache an und denken: Das müsste bei mir an und für sich ebenfalls gehen.
Und jetzt kommt der zweite Schritt. Das ist ein Schritt des Glaubens. Ich gehe im Zuge dessen ein gewisses Risiko ein, aber es reift im Innern ein Entschluss: Ich will das gleicherweise so tun. Ich begebe mich dort hinein. Und indem ich hier Initiative ergreife, beginne ich mit einer Ersterfahrung. Bei manchen zaghaft, bei manchen draufgängerisch, je nach Temperament. Und oft haben oder suchen wir in einer solchen Situation auch eine andere helfende Hand, die so etwas schon mal gemacht hat.
Petrus machte eine Erfahrung, weil Jesus ihn dort hineinrief: Komm her! (über das Wasser)
Heute ruft Jesus immer noch: „Komm her!“ „Komm zu mir, durch die Schwierigkeiten deines Lebens hindurch. Komm zu mir, ich will dir Ruhe geben für deine Seele!“ Es geht darum, Jesus in dein Leben miteinzubeziehen – und dann Erfahrungen damit zu machen. Nicht immer werden wir da buchstäblich über das Wasser gehen wie Petrus, aber im übertragenen Sinne werden wir die Erfahrung machen, dass Jesus trägt.

Eine der ersten Erfahrungen, die Gott schenkt, ist oft ein inneres Zeugnis des Heiligen Geistes, der seinen spürbaren Frieden wie auch echte Freude in das Herz des Gläubigen ausschüttet. Es ist die Erfahrung: Ich bin nicht allein, sondern da ist eine liebende Kraft, die mich durchträgt, ermutigt oder sogar eingreift. Wir spüren, dass da jemand im tiefsten Sinne für uns ist, der uns liebt. Der Apostel Paulus drückt es im Römerbrief so aus:

„Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein?“(Römer 8,31) und an anderer Stelle heißt es:“Der Geist selbst gibt Zeugnis unserem Geist, dass wir Gottes Kinder sind.“ (Römer 8,16)

Du spürst: Ich bin angenommen, so wie ich bin. Mir ist vergeben und Gott ist nicht nachtragend.

Diese Annahme ist ein reines Geschenk Gottes und auch nicht von deinem weiteren Verhalten abhängig. Es ist ein Bund, den der Höchste mit dir durch Jesus gemacht hat und Gott hält seine Zusagen. Dieses Versprechen ist obendrein unabhängig von deinen Gefühlen oder sonstigem Benehmen. Es ist durch nichts zu erschüttern. Die Bibel schreibt dazu:

„Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.“
Römer 8,38-39

Es ist von Bedeutung, diese Versprechen für bare Münze zu nehmen. Es sind Gottes Zusagen an dich ganz persönlich, gänzlich unabhängig von deinem Verhalten. Wenn wir unser eigenes Verhalten zum Maßstab erheben, dann sind wir auf dem Holzweg. Damit würde das Fundament unseres Glaubens ins Wanken kommen, der ja gerade nicht auf menschliches Verhalten, sondern auf die Zusagen Gottes setzt. Mit einem Glauben an unser Wohlverhalten landen wir in einer Sackgasse oder in einem Hamsterrad, in dem wir uns eifrig abstrampeln, um andere oder sogar Gott zufrieden zu stellen. Es ist nicht der Glaube an mich und wie ich mich gebe, der trägt, sondern der kindliche Glaube an Sein großartiges Geschenk, welches mir ewiges Leben schenkt inklusive vieler weiterer Segnungen, die es hier noch zu entdecken gibt. Auf diese Entdeckungsreise will ich dich einladen und dir in den folgenden Lektionen vor Augen führen, was uns dabei weiterhilft und was uns eher in Sackgassen hineinführt.

Anregungen zum Nachdenken

1. Was trägt dazu bei, dass du dir deines Glaubens sicher bist?

2. Welche Rolle spielen dabei… z.B. die Erfahrungen anderer, Aussagen aus der Schrift, eigene Erfahrungen, anderes wie….

3. Wähle unter den o.g. Punkten denjenigen aus, der dir am meisten und nachhaltigsten geholfen hat, dass du dir deines Glaubens sicher bist.
Formuliere diese Gedanken so, als ob du das jemanden weitergeben würdest. Bete anschließend dafür, dass sich bald eine Gelegenheit ergibt, dass du dies in der Tat einer weiteren Person erzählst.
Was meinst du, was dieses Mitteilen mit dir macht oder machen wird?
Warum ist diese evtl. Ersterfahrung für dich so wichtig?

Hier findest du die Anregungen zum Nachdenken

als PDF-Datei zum Ausdrucken: Reflexion… Das Fundament – Sicherheit im Glauben
oder als Text-Datei zum Editieren: Das Fundament – Arbeitsblatt.txt

sowie den Beitrag als PDF zum Ausdrucken und Nachlesen: Das Fundament – Sicherheit im Glauben DIN A4